Kette spannen und schmieren

Moin Sportsfreunde!

Die Antriebskette dient zur Kraftübertragung und verbindet das Getriebe mit dem Hinterrad. Mit der Zeit längt sich die Kette, daher ist ein regemäßiges Kontrollieren und Nachspannen enorm wichtig. Im Fachjargon spricht man von der „Kettenspannung“. Es wird die optimale Kettenspannung benötigt, denn ist eine Kette zu stramm gespannt oder zu verschlissen, kann die reißen. Zudem schädigt eine zu stramm gespannte Kette das Getriebeausgangslager. Ist sie dagegen zu locker, kann die Kette „Schlagen“ oder sogar überspringen. Falls das passiert, sind Schäden am Motorengehäuse und Schwinge, sowie ein Sturz nicht auszuschließen. Die Kette läuft ungeschützt im Freien, Dreck und Staub kommem mühelos an die Kette und bleiben am Kettenspray haften. Diese Partikel wirken wie Schmirgelpapier und verringern die Lebensdauer der Kette. Also ran an die Kettenpflege!

Kette reinigen, schmieren und spannen:
  1. Motorrad aufbocken, damit das Hinterrad in der Luft ist.
  2. Leerlauf einlegen, das Motorrad bleibt aus.
  3. Kette mit speziellem Reiniger und einer Ketten-Bürste reinigen.
  4. Kettenspannung prüfen:
    1. Messstelle suchen: Die Kette, das Ritzel und das Kettenrad nutzen sich ungleichmäßig ab, daher suchen wir die strammste Stelle der Kette zum Prüfen der Spannung. Dazu dreht ihr mit einer Hand das Hinterrad und mit der anderen Hand prüft ihr wippend die Spannung der Kette an der Unterseite. Nach einer Runde solltet ihr die strammste Stelle gefunden haben. Ist das Motorrad auf dem Hauptständer oder auf einem Hubständer, ist das Hinterrad voll ausgefedert – so ist der Kettendurchhang größer, als wenn das Motorrad auf dem Seitenständer steht.
    2. Die gefundene strammste Messstelle mittig zwischen Ritzel und Kettenrad positionieren.
    3. Spannung prüfen. Richtwert für das Spiel sind 20-30mm, was zwei Fingerbreiten entspricht. Ihr könnt das Spiel auch genau auf den Millimeter messen, dazu könnt ihr dieses Video anschauen. Die genaue Vorgabe für die Kettenspannung findet ihr im Handbuch eurer Maschine.
  5. Kette spannen:
    1. Hinterradachse lösen.
    2. Kontermuttern der Kettenspanner auf beiden Seiten lösen. Die Einstellschrauben beim Lösen kontern, damit sich diese nicht versehentlich verstellen.
    3. Die Einstellschrauben herausdrehen, um die Achse nach hinten zu verschieben – dadurch wird die Kette strammer gespannt. Würde man die Einstellschrauben reindrehen, kann die Achse nach vorne geschoben werden und der Kettendurchhang würde sich vergrößern.
    4. Immer pro Seite eine viertel Umdrehung machen und auf die Markierungen am Ende der Schwinge achten. Diese Kerben sind dazu da, dass die Kette gleichmäßig angezogen wird, um eine exakte Kettenflucht zu erhalten. Dadurch steht das Hinterrad nicht schief und läuft mit dem Vorderrad in einer Spur.
  6. Achsmutter anziehen: Die Achsaufnahmen müssen an den Einstellschrauben liegen, daher nochmal von hinten das Rad nach vorne drücken. Beim Anziehen der Achsmutter strafft sich die Kette noch leicht, daher die Kette lieber ein Ticken loser lassen.
  7. Kontermuttern festziehen, dabei die Einstellschrauben kontern, damit diese in Position bleiben.
  8. Kettenspannung erneut prüfen. Falls die Kette zu locker oder zu stramm ist, diese erneut einstellen (mit der Zeit bekommt man ein Gefühl dafür).
  9. Falls ihr keine Endloskette habt, prüfen wir zum Schluss noch einmal das Kettenschloss: Die Öffnung muss gegen die Laufrichtung der Kette zeigen, damit sich das Schloss während der Fahrt nicht öffnen kann!
  10. Kette schmieren: Kettenspray auf die Innenfläche des unteren Kettenstrangs sprühen. Beim Fahren kann so das Spray weiter in die Glieder einziehen und wird nicht von der Kette abgeschleudert – vorausgesetzt Ihr lasst das Spay einige Minuten einwirken. Und lieber öfters etwas weniger Kettenspray auftragen als selten zu viel auftragen!
  11. Abfahrt!
Merke:

Mit Gepäck oder einen Mitfahrer federt das Motorrad weiter ein und die Kette wird straffer. Solltet ihr eine längere Tour planen bei der das Bike immer gleich beladen ist, beachtet dies beim Einstellen der Kettenspannung.

Es gibt unterschiedliche Kettenspanner, die anders eingestellt werden als in meiner Beschreibung. Es gilt immer das Grundprinzip: Achse nach hinten, Kette wird strammer. Achse nach vorne, Kette wird lockerer.

Lässt sich die korrekt gespannte Kette mehr als 3mm vom Kettenrad anheben, sind schiefe Zähne am Kettenrad zu sehen oder muss die Kette in kurzen Intervallen neu gespannt werden, wird es Zeit für eine neue Kette bzw. für einen komplett neuen Kettensatz. Denn eine Kette passt sich dem Verschleißgrad von Ritzel und Kettenrad an, dadurch verkürzt sich die Lebensdauer der Kette. Wie ein Kettensatzwechsel funktioniert, erfahrt Ihr hier.

Eine Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied!

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#ride awesome

Euer Dö

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3 Gedanken zu „Kette spannen und schmieren

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