Unterschied ABE, Teilegutachten, E-Nummer und weitere Begriffe

Moin Sportsfreund!

Schraubst du gerne am Motorrad und führst Umbaumaßnahmen durch, kennst Du mit Sicherheit die Begriffe ABE, Teilegutachten und E-Nummer. Doch warum sind manche Zubehörteile eintragungspflichtig und manche nicht? Das und welche Dinge man noch über die jeweilige Erlaubnis wissen sollte, erkläre ich Dir in diesem Artikel.

Schneiden wir kurz den Begriff TÜV an, denn dieser spielt bei diesem Thema eine große Rolle. TÜV bedeutet eigentlich Technischer Überwachungsverein und damit sind Prüforganisationen wie TÜV Nord/Süd, Dekra, GTÜ und KÜS gemeint, die meist staatlich vorgegebene Sicherheitskontrollen durchführen. Möchtest Du mehr über das Thema TÜV erfahren, schau Dir diesen Artikel an.

Grundsätzlich bestimmt das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA), ob ein Teil eintragungspflichtig ist oder nicht. Eintragungspflichtig bedeutet, dass ein Teil oder eine Umbaumaßnahme in den Fahrzeugpapieren dokumentiert werden muss. Wann das der Fall ist, erfährst jetzt bei der Erklärung der einzelnen Begriffe!

 

Die EG-Betriebserlaubnis / E-Nummer / E-Pass:

Teile mit E-Prüfzeichen besitzen eine sog. Typengenehmigung und sind eintragungsfrei. Ist das E-Pürfzeichen auf dem Teil gut sichtbar, muss die EG-Betriebserlaubnis in Papierform nach § 19 StVZO beim Führen des Fahrzeugs nicht mitgeführt werden. Eine korrekte Montage der Teile ist wichtig, denn z. B. erfüllen Blinker mit einer E-Nummer nicht ihren Zweck, wenn die Mindestabstände und die Anbauhöhe nicht beachtet wird.

EG beudetet Europäische Gemeinschaft. Somit gilt die Gültigkeit dieser Zubehörteile nicht nur national, sondern europaweit.

 

Die Allgemeine Betriebserlauubnis (ABE):

Die ABE ist die schriftliche Erlaubnis zum Anbau eines Teiles an ein bestimmtes Fahrzeug. In der ABE steht, um welches Teil es sich handelt mit entsprechender ABE-Nummer und für welche Modelle es zugelassen ist. Die ABE-Nummer wird auf dem Gegenstand gut sichtbar eingestanzt oder angeverschweißt. Teile mit ABE sind nicht eintragungspflichtig, jedoch muss nach § 19 (2) Satz StVZO die ABE mitgeführt werden, um diese bei einer Verkehrskontrolle vorzeigen zu können. Die Anbauanweisungen müssen natürlich beachtet werden und es ist darauf zu achten, dass wenn mehrere Komponenten mit ABE verbaut sind, ggf. ein Gutachten und eine Eintragung in die Fahrzeugpapiere nötig ist. Eine ABE bezieht sich also auf den Serienzustand eines Fahrzeugs. Geregelt wird die ABE in § 22 StVZO.

 

Das Teilegutachten (TGA):

Oft besitzen Tuning-Teile ein TÜV-Teilegutachten. Diese Teile werden auf Haltbarkeit, Funktion und Sicherheit geprüft, anschließend wird ein Prüfbericht bzw. ein Gutachten erstellt. Die Angaben des Gutachtens beziehen sich lediglich auf das Teil, jedoch ohne Bezug auf ein bestimmtes Fahrzeug. Daher ist nach dem Ein-/Umbau der Weg zu einer Prüforganisation notwendig, um die Umbaumaßnahme prüfen und abnehmen zu lassen. Entspricht der Umbau den Anforderungen vom TÜV-Prüfer, erstellt dieser einen Abnahmebericht, mit dem Du die Änderungen bei der Zulassungsstelle in die Fahrzeugpapiere eintragen lassen kannst. Lässt Du die Teile nicht eintragen, erlischt die Betriebserlaubnis und der Versicherungsschutz!

 

Einzelabnahme:

Für Teile, die weder eine ABE noch ein Teilegutachten besitzen, ist eine Einzelabnahme nötig. Dafür muss eine zentrale Prüforganisation aufgesucht werden und nicht „nur“ eine Werkstatt mit TÜV-Prüfer. Die Kosten hängen von der Art des Umbaus und den dadurch verbunden Prüfungen zusammen.

 

Einzelbetriebserlaubnis (EBE):

Diese Betriebserlaubnis wird für ein einzelnes Fahrzeug erteilt und ist nur für dieses gültig. Das ist z. B. bei selbst konstruierten Fahrzeugen oder bestimmten Importfahrzeugen nötig. Um die Betriebserlaubnis zu bekommen, ist die Erstellung eines Gutachtens von einer Prüforganisation nötig, mit der anschließend bei der Zulassungsstelle alles eingetragen werden kann. Geregelt wird die EBE § 21 der StVZO.

 

Unbedenklichkeitsbescheinigung:

Diese wird vom Hersteller schriftlich erstellt, wenn ein Teil die Fahrsicherheit beeinträchtigen könnte. Darunter fallen z. B. andere Felgen- und damit verbundene Reifengrößen oder der Einbau von Teil X ist nur zulässig, wenn Anforderung X erfüllt ist.

 

Oft durchgeführte Umbaumaßnahmen am Motorrad:

Endschalldampfer, Krümmer, Luftfilter, Fußrasten, Lenker, Felgen, Reifen (-dimensionen), Bremsanlagen, Blinker, Rücklicht, Kennzeichenhalter, Spiegel, Ritzel und Kettenrad.

 

Einige eintragungsfreie Teile:

Kennzeichenhalter – Rücksicht auf Beleuchtung und Winkel des Kennzeichens nehmen, (Heiz-)Griffe, Sitzbänke, Sturzpads/-bügel und Achsprotektoren, Handguards, Lackierungen/Dekore und Spiegel.

 

Bei Unklarheiten bitte immer bei einer Prüforganisation nachfragen!

 

Solltest du weitere Fragen, Anregungen oder Wünsche haben, schreib es mir in die Kommentare oder melde Dich über das Kontaktformular bei mir.

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Sportliche Grüße

 

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