Motorrad für die Winterpause vorbereiten

Moin Sportsfreunde!

Die wunderschönen Sommertage Deutschlands sind vorbei. Jetzt wird es kalt, dunkel und feucht –  jedoch macht uns das nichts aus, denn wir kriegen die Zeit schon gut rum! Die Winterpause können wir nutzen, um Wartungsarbeiten, Reparaturen, Verbesserungen oder Umbauten (#tuning) in Ruhe durchzuführen. Und bevor Entzugserscheinungen drohen, stellt Euch ein Bier kalt, greift zum Putzlappen und Werkzeug und peppt das Bike wieder auf. Alternativ kann auch zum Glühwein gegriffen werden. Wer sein Bike über die Wintermonate einmotten möchte, findet im nächsten Abschnitt alle Maßnahmen zur richtigen Einlagerung. Zum Schluss bekommen die Winterfahrer ein paar Tipps, wie sie und ihr Drahtesel gut durch den Winter kommen.

Folgende Maßnahmen sind durchzuführen, um seinem Bike einen angenehmen Winterschlaf zu bescheren:
  1. Stahltanks randvoll mit Benzin tanken, da die Innenfläche nicht lackiert ist (kein E10 tanken). So kann sich kein Rost bilden. Voraussetzung dafür ist allerdings auch, dass kein Wasser im Tank ist. Um Wasser im Tank zu binden, kann ich euch diesen Kraftstoff-Reiniger empfehlen. Allgemein könnte sich Flugrost im Tank lösen, im Benzin absetzen, Bohrungen und Kanäle verstopfen. Kunststofftanks können nicht rosten, daher müssen diese nicht vollgetankt werden. Allerdings sollten diese wegen Diffusion wenig Benzin im Tank haben.
  2. Die Reifen 0,5 bar über dem Soll auffüllen, da die Reifen mit der Zeit etwas Luft verlieren. Zudem können die Reifen mit einem Pflegemittel behandelt werden, um die Beständigkeit gegen UV-Strahlung und Rissbildung zu gewährleisten. Ist das Profil abgenutzt, kann der Winter für einen Reifenwechsel genutzt werden. Im Winter sind alle Reifen auf Lager, die Werkstätten haben genügend Zeit und preislich kann oft noch was gemacht werden. Ich empfehle euch diesen Luftdruckprüfer für zwischendurch, Migura’s Reifenglanz für die Reifenpflege und diesen Reifenprofilmesser.
  3. Ölwechsel inkl. Filterwechsel durchführen. Altes Öl hat durch die Verbrennung aggressive Substanzen, diese können bei längerer Standzeit Kolben und Lager angreifen. Zudem hat frisches Öl einen höheren Korrosionsschutz. Diese Ölauffangwanne ist ganz gut und hier könnt ihr Öl bestellen. Ein Anleitung zum Durchführen eines Ölwechsels findet ihr hier.
  4. Kette reinigen und schmieren. Dafür gut geeignet ist Nigrin Kettenreiniger plus Ketten-Reinigungsbürste, zum Schmieren nutzt ihr Caramba Kettenspray.
  5. Den Hobel eine ordentlich reinigen. Gerade Stellen die häufig nicht so betrachtet werden, sollten gründlich gereinigt werden – z. B. unter Verkleidung, Tank oder Sitzbank. Schmutz speichert Feuchtigkeit und führt zu Korrossion.
  6. Alle Schrauben mal kontrollieren und ggf. nachziehen.
  7. Lack- und Kunststoffteile mit Hartwachskonservierer pflegen (diesen kann ich euch empfehlen).
  8. Fahrwerk, Felgen, Speichen, Motor, Auspuff, Schweißnähte, Dämpferstangen und Gabelstandrohe und alle entlegenen stellen mit Konservierungsspray behandeln. Mit diesem könnt ihr auch die Gummis behandeln.
  9. Bewegliche Gelenke und Hebel mit Mehrzweckfett fetten.
  10. In jedes Zündkerzenloch einen Tropfen Motoröl geben.
  11. Kühlflüssigkeit kontrollieren. Steht das Motorrad in einer ungeheizten Garage oder gar draußen, unbedingt Frostschutz hinzugeben, damit sich das Kühlmittel nicht ausdehnen kann und keine Schäden entstehen.
  12. Wer die Luftzirkulation stoppen möchte, stopft einen öligen Lappen in Endschalldämpfer und Ansaugstutzen.
  13. Schwimmkammern des Vergasers leeren, da Benzin harzige Rückstände beim Verdunsten hinterlässt und dadurch die Düsen verstopfen können. Zum Leeren den Benzinhahn schließen und das Motorrad im Stand laufen lassen, bis es aus geht oder das Benzin über die Ablassschrauben ablassen. Unterdruckhähne können auf ON bleiben, aber nie auf PRI stellen! Bei PRI werden die Schwimmkammern geflutet, um nach längeren Stillstständen oder nach Reparaturen den Vergaser zu füllen.
  14. Einspritzer bekommen ein Additiv ins Benzin. Einmal in die Bedienungsanleitung gucken, denn dort steht meist eine Empfehlung drinne. Dieses Additiv bindet Kondenswasser, um Korrosion vorzubeugen (siehe Punkt 1).
  15. Batteriestand prüfen und ggf. mit demineralisiertem Wasser bis zur Max- Markierung auffüllen. Die Batterie frostfrei lagern und an ein Automatikladegerät mit Erhaltungsfunktion anschließen, zuvor die Pole reinigen. Das CTEK MXS 5.0 Batterieladegerät ist empfehlenswert. Wer eine wartungsfreie Batterie hat, brauch diese nur ausbauen und an ein Automatikladegerät anschließen.
  16. Motorrad aufbocken, sodass beide Räder in der Luft sind. Wer den Hauptständer nutzt, sollte z. B. Holzkeile unter die Federgabel klemmen, damit auch das Vorderrad keinen Bodenkontakt hat. Alternativ sollte man die Räder alle 4-5 Wochen ein Stück drehen, damit sich keine Druckstellen bilden. Die Hubständer von FRITZEL oder Zanbaline sind dafür eine gute Lösung.
  17. Wenn das Bike komplett trocken ist, kann eine Abdeckhaube übergestülpt werden. Feuchte Pflegemittel können zu chemischen Reaktionen führen! Für drinnen reicht eine preiswerte atmungsaktive Abdeckhaube gegen Staub. Steht euer gutes Stück draußen, sollte eine atmungsaktive oder gut belüftete, jedeoch wasserdichte Abdeckhaube eingesetzt werden. An sonnigen Tagen die Abdeckhaube mal abnehmen und das Bike für einige Stunden „lüften“ lassen. Auf FC-Moto gibt es super Abdeckhauben – rechts über den Banner kommt ihr direkt zum Shop!
  18. Nun ist eine liebevolle Verabschiedung angesagt (Jungs, der ölige Lappen bleibt im ESD!).

Es gibt Werkstätten, die eine Winterwartung und Lagerung anbieten. Hier sollte man sich erkundigen bzw. abprechen, welche Maßnahmen durchgeführt werden und auf welche Art und Weise das Bike gelagert wird.

Tipps für die Winterfahrer:
  1. Die Schritte 5-8 vom oberen Teil durchführen.
  2. Das Bike immer mit einer atmungsaktiven/gut belüfteten und wasserdichten Plane abdecken.
  3. Nach Fahrten bei Streusalz das Bike gründlich mit viel Wasser reinigen, gerade Motor und Auspuffanlage.
  4. Beheizte Griffe sind von Vorteil, damit man genügend Gefühl zum Gas geben und Bremsen hat.
  5. Adäquate Bekleidung für den Winter.

Wenn Ihr diese Tipps beherzigt, könnt Ihr im Frühling ohne großen Aufwand wieder in die Saison starten. Die Produktlinks sind durch ihr Preisleistungsverhältnis meine Empfehlungen für euch, die meisten nutze ich selbst.

Wenn Ihr Fragen, Anregungen oder Wünsche habt, meldet Euch einfach über das Kontaktformular bei mir oder schreibt es in die Kommentare.

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#Ride awesome

Euer Dö

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2 Gedanken zu „Motorrad für die Winterpause vorbereiten

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